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  • Rahel Ebner

Wie ich ins Handeln kam...

...oder mein Weg in die Selbständigkeit.


Wenn dies nicht die ersten Zeilen sind, die du von mir liest, dann wirst du bestimmt bereits wissen, wie ich meinen Weg in die Selbstständigkeit gefunden habe und wenn du neu hier bist, umso besser, dass ich diese Zeilen nun schreibe.


Bereits seit Beginn meines Studiums war ich nebenbei für viele Menschen in meinem Netzwerk die Anlaufstelle für jegliche Fragen im Bereich der digitalen Kommunikation. Und immer wieder bekam ich Anfragen als Impulsgeberin. Eine willkommene Abwechslung. Natürlich gab ich meine Energie in diese Anfragen. Und natürlich verlangte ich dafür nichts. Tat es ja gerne. Wie gesagt; eine willkommene Abwechslung.


Der berufliche Widereinstieg zu finden wiederum stellt sich als eine grössere Herausforderung dar als gedacht. Inmitten einer globalen Pandemie verspürte ich einen enorm starken Impuls, mich aus dem Windelwahnsinn zu befreien und wieder zu arbeiten. Auch einen wirtschaftlichen Beitrag zur Familie beizusteuern und vor allem: Wie verschwendet wäre das Studium, wenn ich mein Wissen nun nicht einsetzen konnte? Mein Kleinster wurde gerade jährig und die Zeit war für alle in der Familie reif für diesen Schritt. Da ich meinen Abschluss in Business Communication noch nicht in der Tasche hatte war ich mir bewusst, dass es nicht so einfach werden würde – aber gerade so schwierig?! Ich, eine Frau zu Beginn ihrer 30iger, mit inzwischen 10 Jahren Berufserfahrung, einwandfreien Zeugnissen und einem nicht zu unterschätzendem Netzwerk… so schwierig wird’s wohl nicht sein!?! Denkste.


Natürlich habe ich auch aus dem gesamten Netzwerk mehr oder weniger wertvolle Informationen erhalten. Ich habe diese aufgesaugt, denn ich wollte ja eine Veränderung. Eine dieser gut und wertvoll gemeinten Hinweisen hat bei mir jedoch das totale Gegenteil bezweckt.


«Schreib in deinen Lebenslauf unbedingt die Jahrgänge deiner Kinder UND den Satz: Betreuung gewährleistet.» Ich nickte, beendete das Telefonat und in mir entbrannte eine Mischung aus Wut, Verärgerung, Unverständnis und Trauer. Wie unglaublich falsch dies für mich war.


Die Fragen, die ich mir direkt stellte; wird dies auch von meinen männlichen Kollegen erwartet? Wieso muss ich – als Frau – die Betreuung gewährleisten? Wieso wird dies von meinem Mann nicht erwartet? Und, sind wir mal ehrlich: Wenn das Kind krank ist, dann ist keine Betreuung mehr gewährleistet – ausser die nach Art. 36 Abs. 3 Arbeitsgesetz «Arbeitgeber haben ihren Arbeitnehmenden mit Familienpflichten gegen Vorweisen eines ärztlichen Zeugnisses für die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit bis zu drei Tagen freizugeben»– weshalb dann der Satz? Ich kann ja gleich schreiben, «Achtung ich bin eine Mutter von zwei Kindern, stellen sie mich bitte nicht ein.»


Ich bemerkte immer mehr, wie ich es satthatte, nach Jobs zu suchen. Meinen Lebenslauf anzupassen. Diesen den Stellen anzupassen. Mich passend zu machen. In meiner Geschichte meine Mutterrolle passend zu machen, dass diese nicht als Lücke in meiner Laufbahn verstanden wird.


Irgendwann sah ich’s ganz klar. Ich hatte drei Möglichkeiten zur Auswahl: Zurück in die Sachbearbeitung, ein Praktikum in meinem Studienbereich oder die Selbständigkeit. Und jetzt lesen wir den vorgehenden Satz gemeinsam nochmals. Die Antwort auf die Möglichkeitsauswahl kannst du dir denken. Praktikantengehalt mit Kindern, die man in die «gewährleistete» Betreuung bringen muss? Diese Rechnung geht nicht auf. Zurück in die Komfortzone? Die habe ich spätestens mit der Geburt meines Kindes nebst dem Studium verlassen. Dann blieb da noch die Selbständigkeit.


Da lagen so viele Glaubenssätze im Weg, um diese letzte Möglichkeit zu wählen. Ich? Selbständig? Dafür bin ich viel zu leise, mein Abschluss fehlt, die Kinder & im Mittelpunkt zu stehen lag mir noch nie so besonders – oder anders ausgedrückt; kein Mut.


Trotzdem bemerkte ich, dass ich Menschen in meinem Umfeld unterstützen und ihnen in jeglichen Bereichen der Unternehmenskommunikation einen Mehrwert bieten kann. Wie vom Universum bestellt kam wieder eine Anfrage als Kommunikationsberaterin und genau in diesem Moment sah ich’s ganz klar und ich kam ins Handeln.


Ich wollte nicht mehr behandelt werden, wollte meine Geschichte selbst erzählen. Ich machte mich selbständig. Seit ich diesen Entscheid gefällt habe, explodiere ich vor Energie. Ich erkannte, welche Freiheit darin liegt, mich selbst zu zeigen. Nicht nur der Welt, sondern auch mir selbst.


Ich, wahrhaftig. Dafür darf ich mich zeigen. Mit meiner Echtheit. Meiner konsequenten, optimierenden und aufrichtigen Art und Weise möchte ich die Menschen dazu ermutigen, ihre Geschichte selbst zu erzählen.


Ich bin nicht hier, um mich passend zu machen – ich bin hier, um erkannt zu werden.

Inzwischen habe ich den Abschluss in der Tasche. Im Mittelpunkt zu stehen, mag ich nach wie vor nicht und trotzdem habe ich die Selbständigkeit gewagt und genau deshalb schreibe ich auch diese Zeilen und darum geht es: Nicht um mich, sondern um deine Geschichte und deine wertvollen Ideen und wie ich dich dabei ermutigen kann, diese selbst und sicher in die Welt hinauszutragen.

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